Pflanz- und Kulturanleitung

 

 

Pflanzung

 

Wichtige Arbeit: Gründliche Bodenbearbeitung. Bereiten Sie eine Vorratsdüngung aus einer Mischung von: Reichlich Torf und Kompost, 1 kg Thomasphosphat, 1,5 kg Kalimagnesium. Arbeiten Sie diese Mischung ca. 60 - 80 cm tief (auf 1 qm Fläche) gleichmäßig in die untere Bodenschicht ein. Um ganz sicher zu gehen ist es ratsam, eine Bodenuntersuchung durchzuführen und erst dann die entsprechende Vorratsdüngung vorzunehmen. Für einen einzelnen Baum wird eine Pflanzgrube von 1 m x 1 m und 0,60 m Tiefe ausgehoben. Zulange oder beschädigte Wurzeln werden zurückgeschnitten. Nach der Pflanzung die Erde um den Baum leicht antreten und gut einschlämmen. Zu beachten ist, daß der Baum bei der Pflanzung nicht tiefer zu stehen kommt, als er in der Baumschule stand, d.h. die Veredlungsstelle sollte noch sichtbar sein. Damit die Feuchtigkeit lange hält, die Baumscheiben (= 40 bis 50 cm im Durchmesser um die Pflanzstelle herum) mit Torf, Kompost oder verrottetem Stallmist abdecken.
Wichtig ist: Busch und Halbstamm stets an einem Pfahl binden, damit Stamm und Krone gerade wachsen.

Obstbaumschnitt (Kultur)

 

Kernobst
Wird im Herbst gepflanzt, erfolgt der Pflanzschnitt im Frühjahr darauf, bei Frühjahrespflanzung sofort. Entlang des Stammtriebes befinden sich mehrere einjährige Seitentriebe. 3 - 5 Stück starker Seitentriebe wählt man aus zu einer späteren Kronenbildung, alle anderen schwachen Seitentriebe werden entfernt. In jedem Fall wird auch der Konkurrenztrieb (der Trieb, der mit dem Leittrieb konkurriert) entfernt.
Die Stammverlängerung (Mittel- oder Leittrieb) und die 3 - 5 starken Seitentriebe werden dann kräftig zurückgeschnitten. Dabei wird auf eine nach außen zeigende Knospe geschnitten, damit sich der Trieb nach außen entwickeln und möglichst viel Luft und Licht in die Krone eindringen können.
Nach einem Jahr erfolgt dann der Erziehungsschnitt. Als erstes werden dann die Konkurrenz-triebe entfernt und alle nach innen wachsenden Triebe; sodann erfolgt das Einkürzen des Leittriebes und aller Seitentriebe auf eine nach außen stehende Knospe.


Steinobst
Bei Sauerkirschen, Zwetsche und Pflaume wird der Pflanzschnitt besonders scharf durch-geführt. Der Mitteltrieb wird um 1/3 zurückgeschnitten; von den meist zahlreichen Seiten-trieben werden 3 - 4 starke Seitentriebe belassen, welche ebenfalls 1/3 eingekürzt werden. Alles schwache Holz entfernen. Die meisten Steinobstarten neigen zu einer Verkahlung der Krone, wenn der Baum nicht ständig scharf zurückgeschnitten wird.
Schattenmorellen tragen nur an den im Vorjahr gebildeten Trieben. Durch Schnitt müssen wir auch hier für jährlichen Neutrieb sorgen.

Dünger-Hinweis
Verwenden Sie für die Düngung in Ihrem Garten möglichst nur chemikalienfreien Naturdünger bspw. verrotteten Kompost, Stallmist.

Befruchtungsbiologie

 

Äpfel
Sämtliche Sorten sind selbst unfruchtbar, können sich aber gegenseitig befruchten. Es sollten also in der Regel immer zwei bis drei verschiedene Apfelsorten gepflanzt werden.
Ideale Pollenspender sind u.a folgende Apfelsorten: Ananasrenette, Cox Orange, Geheimrat Oldenburg, Goldparmäne, Landsberger Renette, Ontario und Roter Boskoop.


Birnen
Wie Äpfel selbst unfruchtbar, die verschiedenen Sorten befruchten sich gegenseitig, auch hier müssen verschiedene Sorten gepflanzt werden, um einen Ertrag zu garantieren.
Gute Pollenspender sind bspw. Conference, Köstliche aus Charneux, Vereinsdechantbirne und Williams Christ.


Süßkirschen
Wie Äpfel selbst unfruchtbar, die verschiedenen Sorten befruchten sich gegenseitig, auch hier müssen verschiedene Sorten gepflanzt werden, um einen Ertrag zu garantieren.
Ideale Pollenspender sind u.a folgende Kirschsorten: Hedelfinger Riesenkirsche, Große schwarze Knorpelkirsche, Kassins frühe Herzkirsche, Schneiders späte Knorpelkirsche.


Sauerkirschen
Sind selbstfruchtbar und benötigen keine weitere Sorte zur Bestäubung.
Pflaumen-, Zwetschen-, Mirabellen und Renekloden
Sind überwiegend selbstfruchtbar.
Gute Pollenspender sind Königin Viktoria, Quillins Reneklode und Czar.